Tapete aus den 1920er Jahren
Viele der Tapetentrends der Jahrhundertwende hielten noch bis in die 1920er Jahre an. Zu Beginn des Jahrzehnts waren dunkle Tapeten noch in Mode. Es überwogen stumpfe Braun- und Braungrautöne, die jedoch manchmal durch hellere, geometrische Muster mit Linien, Kreisen oder kleinen stilisierten Fantasieblumen aufgehellt wurden. Auch Streifen und regelmäßige Ornamente waren in den 1920er Jahren beliebt.
Auf der Weltausstellung in Paris 1925 gelang dem Art-déco-Stil der Durchbruch. Formal zeichnet es sich durch subtile geometrische Formen, starke Kontraste und eine exklusive Ästhetik aus – ein glamouröser Hauch von Zukunftsglauben nach den schwierigen Jahren des Ersten Weltkriegs. Art Déco bedeutet auf Französisch „dekorative Kunst“, und Art Déco-Tapeten waren mit eleganten Mustern verziert, oft mit Rundbögen und anderen geometrischen Formen und oft mit Details in schimmerndem Gold oder Silber.
Tapete aus den 1930er Jahren
Im Laufe der Zeit verfiel der Stil immer mehr in das helle, nüchterne Ideal des Funktionalismus mit klareren Linien und glatteren Oberflächen. Im Zusammenhang mit der Stockholmer Ausstellung im Jahr 1930 erlebte der Funkismus einen regelrechten Aufschwung und der Stil, der später als „Swedish Modern“ bekannt wurde, verbreitete sich zunehmend in trendbewussten Häusern.
Die Funk-Tapete der 1930er Jahre war heller mit ruhigeren Musterbildern. Der Zweck der Tapete bestand darin, einen ruhigen Untergrund für Möbel, Kunst und andere Dekorationen zu schaffen, damit sie nicht zu viel beansprucht. Zu dieser Zeit erfreuten sich die sogenannten Brei- oder Wandtapeten großer Beliebtheit: helle Tapeten mit Musterbildern, die an verputzte Wände erinnerten – und aus der Ferne fast massiv wirkten.
In den 1930er Jahren kehrten auch immer mehr Einflüsse aus dem Orient zurück. Unter den helleren, geometrischen Musterbildern des Funktionalismus finden sich daher auch etwas exotischere Tapeten mit Elementen beispielsweise aus Bambus. Auch geprägte Reliefmuster waren üblich.
Ein großer Unterschied zu früheren Epochen bestand darin, dass leichte Materialien wie Birke und Stahlrohre immer beliebter wurden und dass alle Räume im Haus der 1930er-Jahre mit der gleichen Tapetenart versehen werden konnten.